Raffiniert erzähltes Kinderbuch
Das
Kinderbuch „Kurt – wer möchte schon ein Einhorn sein“ von Chantal Schreiber
weist eine schöne Abenteuergeschichte mit interessant gestalteten Figuren auf
und die Autorin schafft es, mit ein- und demselben Buch verschiedene Adressaten
gleichermaßen anzusprechen. Denn das Buch enthält einen hintergründigen Witz,
indem es mit gängigen Klischees bricht, den wohl eher Erwachsene oder ältere
Kinder verstehen.
Zu
den amüsanten Figuren: Da ist das träge und wasserscheue Einhorn Kurt, das
eigentlich nur seine Ruhe haben will und keine Lust darauf hat, eine Prinzessin
zu retten. Da ist der schlagfertige Trill, der Kurt versucht mit flotten
Sprüchen anzutreiben. Und da ist der etwas rundliche Goldfisch Fred, der
zugleich Ninja ist. Die Prinzessin benimmt sich wenig prinzessinnenhaft, trägt
nichts Rosarotes und heizt dem Prinzen, der sie entführt hat, ordentlich ein.
Mir als Erwachsenem hat das Vorlesen Spaß gemacht, auch wenn ich durchaus
registriert habe, dass natürlich nicht jeder subtile Witz vom jungen Publikum
verstanden wird. Allerdings hatten meine beiden Töchter (5 und 7 Jahre alt)
trotzdem ihren Spaß an dem Buch.
Unterstützt
werden diese vergnüglichen Charakterzeichnungen durch putzige, liebevoll
gestaltete Bilder, auf denen Kurt auch mal träge oder grantig schaut und die
Prinzessin eher wie ein „Cowgirl“ ausschaut. Auch die vom Prinzen verzauberten
Tiere (Tüdelü und das Einhornsuchschwein) werden durch den irren Blick in Form
von verdrehten Augen gut veranschaulicht. Das ist durchaus amüsant. Meine
Töchter haben die Geschichte aufmerksam verfolgt und sie waren auch immer
wieder auf die textunterstützenden, farbigen Bilder neugierig, die man auf fast
jeder zweiten bis dritten Seite findet (28 Bilder auf 104 Seiten) und die
wirklich sehr belustigend und allerliebst von Stephan Pricken gestaltet worden
sind.
Was
mir bezüglich der Sprachgestaltung aufgefallen ist: Der Band ist vom Wortschatz
und von den Satzkonstruktionen nicht so schwierig wie der zweite Band, den wir
auch bereits gelesen haben. Anders als beim zweiten Band habe ich nicht die
Befürchtung, dass die Sprache für jüngere Kinder eine zu große Hürde beim
Zuhören ist (vgl. meine Rezension zum zweiten Band).
Fazit:
Ein Kinderbuch, das mit gängigen Klischees bricht, eine schöne Abenteuergeschichte bietet, liebevoll gestaltete Bilder bereithält und eine kindgerechte Sprache aufweist. Klare Leseempfehlung!
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