Dieses Blog durchsuchen

Montag, 4. April 2022

Schreiber, Chantal - Kurt Bd. 1. Wer möchte schon ein Einhorn sein


5 von 5 Sternen

Raffiniert erzähltes Kinderbuch

Das Kinderbuch „Kurt – wer möchte schon ein Einhorn sein“ von Chantal Schreiber weist eine schöne Abenteuergeschichte mit interessant gestalteten Figuren auf und die Autorin schafft es, mit ein- und demselben Buch verschiedene Adressaten gleichermaßen anzusprechen. Denn das Buch enthält einen hintergründigen Witz, indem es mit gängigen Klischees bricht, den wohl eher Erwachsene oder ältere Kinder verstehen.

Zu den amüsanten Figuren: Da ist das träge und wasserscheue Einhorn Kurt, das eigentlich nur seine Ruhe haben will und keine Lust darauf hat, eine Prinzessin zu retten. Da ist der schlagfertige Trill, der Kurt versucht mit flotten Sprüchen anzutreiben. Und da ist der etwas rundliche Goldfisch Fred, der zugleich Ninja ist. Die Prinzessin benimmt sich wenig prinzessinnenhaft, trägt nichts Rosarotes und heizt dem Prinzen, der sie entführt hat, ordentlich ein. Mir als Erwachsenem hat das Vorlesen Spaß gemacht, auch wenn ich durchaus registriert habe, dass natürlich nicht jeder subtile Witz vom jungen Publikum verstanden wird. Allerdings hatten meine beiden Töchter (5 und 7 Jahre alt) trotzdem ihren Spaß an dem Buch.

Unterstützt werden diese vergnüglichen Charakterzeichnungen durch putzige, liebevoll gestaltete Bilder, auf denen Kurt auch mal träge oder grantig schaut und die Prinzessin eher wie ein „Cowgirl“ ausschaut. Auch die vom Prinzen verzauberten Tiere (Tüdelü und das Einhornsuchschwein) werden durch den irren Blick in Form von verdrehten Augen gut veranschaulicht. Das ist durchaus amüsant. Meine Töchter haben die Geschichte aufmerksam verfolgt und sie waren auch immer wieder auf die textunterstützenden, farbigen Bilder neugierig, die man auf fast jeder zweiten bis dritten Seite findet (28 Bilder auf 104 Seiten) und die wirklich sehr belustigend und allerliebst von Stephan Pricken gestaltet worden sind.

Was mir bezüglich der Sprachgestaltung aufgefallen ist: Der Band ist vom Wortschatz und von den Satzkonstruktionen nicht so schwierig wie der zweite Band, den wir auch bereits gelesen haben. Anders als beim zweiten Band habe ich nicht die Befürchtung, dass die Sprache für jüngere Kinder eine zu große Hürde beim Zuhören ist (vgl. meine Rezension zum zweiten Band).

Fazit

Ein Kinderbuch, das mit gängigen Klischees bricht, eine schöne Abenteuergeschichte bietet, liebevoll gestaltete Bilder bereithält und eine kindgerechte Sprache aufweist. Klare Leseempfehlung!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen