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Donnerstag, 7. April 2022

Bryndza, Robert - So eiskalt der Tod

 


3 von 5 Sternen


So gefährlich der Nebel

„So eiskalt der Tod“ von Robert Bryndza ist der 2. Fall von Privatdetektivin Kate Marshall, allerdings ist die Kenntnis des Vorgängerbands „So blutig die Nacht“ nicht nötig, es werden alle relevanten Informationen des ersten Falls, die man zum Verständnis benötigt, erwähnt. Auch handelt es sich eher um einen Krimi als um einen Thriller, im Zentrum steht nämlich vor allem die Ermittlungsarbeit und die Zeugenvernehmung. Das Spannungsniveau würde ich in diesem Krimi als durchschnittlich beschreiben, es ist zwar alles gut und logisch gestaltet, das Puzzle des Falls setzt sich nach und nach zusammen, doch es gibt für mich zu wenig „Thrill-Elemente“, die überraschenden Wendungen fehlen weitestgehend. Und am Ende hätte ich mehr erwartet, das „Auflösungs-Kapitel“ umfasst lediglich 10 Seiten. Nicht zuletzt wirkt einiges im Laufe des Buches auch etwas konstruiert, so fand ich z.B. verwunderlich, dass alle Befragten immer so bereitwillig Auskunft gaben.

Im Zentrum steht die Aufklärung des Tods von Simon Kendal, der bei einem Tauchgang von Kate Marshall und ihrem Sohn Jake tot aufgefunden wird. Die Gerichtsmedizin stuft den Tod sehr schnell als Unfall ein, und da kommt Kate mit ihrem Partner Tristan Harper ins Spiel. Diese werden von der Mutter des Opfers damit beauftragt, weitere Nachforschungen anzustellen. Und schnell stoßen die Privatdetektive bei ihren Ermittlungen dabei auf Ungereimtheiten.

Auch wenn das Spannungsniveau durchschnittlich ist, bietet der Krimi aber durchaus auch einiges Positives. Hier ist vor allem die Charakterzeichnung der beiden Hauptfiguren zu nennen, die Tiefe aufweist. Kate ist trockene Alkoholikern und kämpft immer mal wieder gegen ihr Verlangen an, zudem führt sie eine problematische Mutter-Sohn-Beziehung zu Jake, was aus der Vorgeschichte mit dem Vater von Jake herrührt, die im ersten Band thematisiert wird. Tristan hingegen ringt mit seinem Outing als Homosexueller gegenüber seiner unsensiblen Schwester, die bald heiratet. Was ebenfalls gelungen ist, ist die Darstellung der Detektivarbeit im Unterschied zur Polizeiarbeit. Dadurch ergibt sich einmal eine andere Perspektive auf die Aufklärung eines Falls. Und für mich war es spannend, die Verschiedenheit von Polizei- und Detektivarbeit sowie die Konkurrenzsituation zwischen beiden Ermittlerteams als Leser vor Augen geführt zu bekommen, zumal Kate als ehemalige Polizistin auch Insider-Wissen beisteuert. Was ich beim Lesen ebenfalls als gut empfand, war die Länge der Kapitel. Sie sind angenehm kurz, so dass man immer dazu animiert wird, noch ein weiteres knappes Kapitel nachzulegen. Bei der erzählerischen Gestaltung ist positiv hervorzuheben, dass wir als Leser unterschiedliche Perspektiven einnehmen, dazu zählt nicht nur die Sicht von Tristan und Kate, sondern auch die von Täter und Opfer. Dadurch ergibt sich ein facettenreiches Bild.

Fazit: 

Ein Thriller, der eher Krimi ist und ein durchschnittliches Spannungsniveau aufweist, dafür aber handwerklich und auch sprachlich gut gemacht ist, was insbesondere an der Figurenzeichnung und der erzählerischen Gestaltung deutlich wird.

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