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Dienstag, 5. April 2022

Peterson, Phillip P. - Transport


4 von 5 Sternen

Ein klassischer Blockbuster 

In seinem Roman „Transport“ spielt Phillip P. Peterson mit der Idee, dass die Menschheit ein Artefakt entdeckt, mit dessen Hilfe man das Universum bereisen kann. Die Grundidee ist nicht neu: „Stargate“ lässt grüßen. Doch natürlich entwickelt der Autor eine eigene Vorstellung dieser Grundidee. Problem bei dem Artefakt, dessen Herkunft und genaue Funktionsweise man nicht kennt: Man weiß leider im Vorfeld nicht, wo man herauskommt und welche Lebensbedingungen am Zielort herrschen. Dies hat die ersten Testpersonen ins Verderben geführt und aufgrund dieser Gefahr werden zehn Häftlinge rekrutiert, denen man verspricht bei zehn erfolgreichen Einsätzen ihre Todesstrafe zu erlassen, wenn sie bereit sind, ihr Leben zu riskieren. Von den Häftlingen steht Russel Harris im Zentrum des Romans, ihm und seinen Gedanken folgen wir als Leser, von ihm erfahren wir am meisten. Er ist der Sympathieträger, mit ihm fiebern wir mit. Die anderen Figuren bleiben blass und werden nur kurz und oberflächlich vorgestellt. Sie dienen teilweise auch nur dazu, die verschiedenen Spielarten des Umkommens zu schildern. Das muss man mögen und darf sich davon nicht zu sehr abschrecken lassen. Eine weitere Ausnahme der vielen blassen Figuren ist höchstens noch die einzige Frauenfigur im Roman, die mit Harris auch eine Beziehung eingeht: Elise.

Grundsätzlich bleibt die Charakterzeichnung aber eine Schwäche des Romans und man darf auch keine anspruchsvolle erzählerische Gestaltung erwarten. Die Handlung wird strikt linear erzählt, Nebenhandlungen gibt es nicht, das Erzähltempo ist hoch, wird dynamisch vorangetrieben, große psychologische Tiefe bei den Figuren darf man nicht erwarten. Dafür bietet der Roman aber Spannung und Action ähnlich wie ein klassischer Blockbuster im Kino. Man möchte wissen, ob die Figuren überleben, wo sie materialisiert werden, ob sie zurückkehren, was sie erlebt haben. Man ist neugierig auf die Beschreibung der außerirdischen Welten und möchte auch mehr über die Hintergründe, Funktionsweise, Herkunft des Artefakts und ihrer Erbauer wissen. Man muss also letztlich wissen, worauf man sich bei „Transport“ einlässt, dann wird dem Leser ein kurzweiliges Lesevergnügen bereitet. Bei mir war es während des Lesens so, dass drei Viertel des Romans mich in den Bann ziehen konnten, das Ende jedoch ließ mich etwas enttäuscht zurück und hat mich nicht überzeugt. Ich hätte mir stattdessen gewünscht, dass man auf fremden Welten mehr über die Erbauer des Artefakts erfährt, mehr Spuren vorhanden sind, Puzzleteile zu einem größeren Bild zusammengefügt werden. Kurzum: Ich hätte mir eine kreativere Hintergrundgeschichte gewünscht. Russel bekommt nach meinem Empfinden zu viel Bedeutung zugewiesen.

Fazit: 

Ein Roman, der Action und Spannung bietet, aber keine große Erzählkunst darstellt.

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