Auge um Auge
Katja und Marcel sind unterwegs auf der Autobahn und wollen gemeinsam ein verlängertes Wochenende am See verbringen. Als sie an einer Raststätte halten, um etwas zu essen, stellen sie bei ihrer Rückkehr zum Auto fest, dass aus dem Kofferraum ein Gepäckstück entwendet wurde. Doch wie es der Zufall will, hat Katja einen Tracker im Koffer deponiert und kann auf dem Handy nachverfolgen, wo er sich befindet. Kurzerhand nehmen Katja und Marcel die Verfolgung auf und entschließen sich gegen das Einschalten der Polizei.
Marcel ist ehemaliger Polizist und als beide bei ihrer Verfolgung in eine Gegend kommen, die er von früher kennt, hat er ein ungutes Gefühl. Er glaubt, dass etwas nicht stimmt und der verlorene Koffer etwas mit seiner Vergangenheit zu tun haben könnte. Sie finden sich schließlich bei einer verlassenen Lagerhalle wieder, in der sie das Gepäckstück finden. Darin befinden sich Fotos von einer schrecklich zugerichteten Leiche. Marcel wird mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, über die wir zu Beginn des Buches natürlich nichts wissen und die im weiteren Handlungsverlauf Schritt für Schritt gelüftet wird. Letztlich entwickelt sich eine Geschichte, in der vor allem das Motiv der Rache eine Rolle spielt. Marcel soll für etwas bestraft werden. Den Grund dafür erfahren wir ebenfalls erst nach und nach.
In einer weiteren eingeschobenen Perspektive lernen wir den sog. „Mechaniker“ kennen, ein Sadist, der eine Apparatur entworfen hat, mit der Menschen gequält werden. Der Mechaniker foltert sie bei vollem Bewusstsein und bricht ihnen mit der Maschine nach und nach verschiedene Knochen ihres Körpers. Er weidet sich an den Schmerzen seiner Opfer, bestraft sie unerbittlich und genießt den Moment, in dem das Opfer seinen letzten Lebensatem aushaucht. Die Szenen, in den der Mechaniker auftritt, sind sehr drastisch und brutal. Für Strobel eher untypisch. Das ist bestimmt nicht für jeden etwas, schon gar nichts für zartbesaitete Leser, die es unblutig mögen.
Dass Katja im Koffer zufällig einen Tracker platziert hat und sie mit Marcel dann die Verfolgung aufnimmt, wirkte auf mich sehr, sehr konstruiert. Woher weiß der Täter, dass sich im Koffer ein Tracker befinden? Und wie kann er davon ausgehen, dass Katja und Marcel die Verfolgung aufnehmen? Und warum begibt sich Marcel bereitwillig in Gefahr, obwohl er zu ahnen scheint, dass er in eine Falle gelockt werden soll? Das alles erschließt sich mir nicht. Und es gibt noch mehr Ungereimtheiten, die ich hier aber nicht ausführen kann, ohne zu sehr zu spoilern. Man sollte bei der Lektüre nicht zu viel hinterfragen. Was mich am meisten gestört hat, war der Grad an Sadismus, der an verschiedenen Stellen zum Vorschein kommt. Dem konnte ich einfach nichts abgewinnen. Aber das mag anderen Lesern anders ergehen. Für mich las sich das Buch wie ein 0815-Horrorfilm. Letztlich ein enttäuschendes Werk, mit dem ich nicht viel anfangen konnte. Der Plot wirkt nicht rund. Für mich das schlechteste Buch, das ich jemals von Strobel gelesen habe.
Querverweise:
Weitere Bücher von Arno Strobel, die ich rezensiert habe:
- Tiefe Narbe (2017)
- Offline (2019)
- Die App (2020)
- Sharing (2021)
- Fake (2022)
- Mörderfinder. Die Spur der Mädchen (Band 1/2021)
- Mörderfinder. Die Macht des Täters (Band 2/2022)
- Mörderfinder. Mit den Augen des Opfers (Band 3/2023)
- Der Trip (2023)
- Die App (2020)
- Sharing (2021)
- Fake (2022)
- Mörderfinder. Die Spur der Mädchen (Band 1/2021)
- Mörderfinder. Die Macht des Täters (Band 2/2022)
- Mörderfinder. Mit den Augen des Opfers (Band 3/2023)
- Der Trip (2023)
- Stalker (2024)
- Gegenspieler (zusammen mit Ingo Bott / 2024)
- Welcome Home (2025)

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