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Dienstag, 21. Juli 2026

Bova, Ben - Mars



Die ersten Menschen auf dem Mars




Ein sechsköpfiges Team aus Forschern und Piloten landet erstmals auf dem Mars und die Bilder dazu gehen live zur Erde. Der Flug zum Nachbarplaneten mit einer internationalen Crew wird zum Symbol für friedliche Zusammenarbeit und Völkerverständigung. Zehn Jahre dauerten die Planung und die Vorbereitung der Marserkundung. Im weiteren Verlauf der Handlung rückt v.a. der Geologe Jamie Waterman ins Zentrum, der immer mehr zum Tonangeber wird und aussichtsreiche Missionsziele vorgibt. Das primäre Ziel der Mission ist es, Leben auf dem roten Planeten zu finden.


Ein Bauroboter sorgt zunächst dafür, dass eine erste Behausung in Form einer Kuppel auf dem Planeten entsteht. Für acht Wochen wird die Besatzung darin unterkommen. Für Erkundungsmissionen in die Umgebung stehen Rover zur Verfügung. Wir begleiten das Team bei ihren Forschungsausflügen. Und das Buch punktet mit einem hohen Grad an Authentizität und Realismus. Das wird schon auf den ersten Seiten deutlich. So, wie es im Roman beschrieben wird, könnte es wirklich ablaufen, wenn Menschen eines Tages auf dem roten Planeten landen. Klasse! Die lebensfeindliche Umwelt des Mars sorgt für eine ständige Bedrohung. Ein winziger Riss in der Kuppel hätte den Tod der Crew zur Folge.


In ausführlichen Rückblicken erfahren wir mehr über die Vorbereitungen der Mission und über den Transit zum Mars. So ist z.B. allen Astronauten vorsorglich der Blinddarm entfernt worden. In der Arktis üben sie das Leben in Isolation. Bei Fallschirmsprüngen müssen sie ihren Mut unter Beweis stellen. Hinzu kommen Trainings in der Schwerelosigkeit etc. Am Beispiel von Jamie verfolgen wir, dass unter den Astronauten, die an den Vorbereitungen teilnehmen, Konkurrenzdruck herrscht. Es ist noch unklar, wer zum Mars fliegen wird, und jede(r) möchte einen Platz ergattern. Alle durchlaufen ein strenges Auswahlverfahren. In eingeschobenen „Dossiers“ werden uns zudem die teilnehmenden Astronauten, die am Ende zum Mars fliegen, noch näher vorgestellt.


Was auch gut deutlich wird, ist der Umstand, dass die Mission ein Politikum darstellt. Auf der Erde wollen sich Politiker mit den Erfolgen der Mission „schmücken“. Sie buhlen um Aufmerksamkeit. Die Bevölkerung wird fortlaufend durch Interviews und andere Formate bei Laune gehalten und über die Ereignisse auf dem roten Planeten informiert. Materielle Verteilungskämpfe kommen gut zum Ausdruck. Auch haben die Astronauten Vorgaben zu beachten, die ihnen von der Erde aus gemacht werden (beispielsweise, wenn es um die ersten auf dem Mars gesprochenen Worte geht). 


Für mich beginnt die Handlung erst richtig, als die Experimente und Exkursionen (zu Canyons) auf der Oberfläche des Planeten einsetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt dauert es eine Weile und man muss als Leser(in) Geduld mitbringen. Doch spätestens dann, stellt man sich die Frage, was die Forscher wohl entdecken werden und ob die Mission reibungslos verlaufen wird. Die Beschreibung der Marsumwelt und der Geologie hat mich überzeugt und macht einen äußerst wirklichkeitsnahen Eindruck (man beachte übrigens, dass das Buch 1992 veröffentlicht wurde, also fünf Jahre vor der ersten Rover-Mission mit Pathfinder). Worauf man sich bei der Lektüre aber einstellen sollte, ist ein sachlich-nüchterner, unemotionaler Schreibstil. Diese langsame, detaillierte Erzählweise hat eine spürbar entschleunigende Wirkung. Die Figuren bleiben dabei (leider) auf Distanz. Und noch etwas: Es werden kaum spannungserregende Impulse gesetzt (das ändert sich erst zum Ende hin spürbar, wo der Spannungsbogen auch einmal länger aufrechterhalten wird). Wer gerne ein Mars-Setting lesen möchte, bei dem mehr „passiert“, der sollte zu Andy Weirs Buch „Der Marsianer“ greifen.


Querverweise:

Weitere Romane, die auf dem Mars spielen: 

Eschbach, Andreas: Das Marsprojekt Bd. 3, Bd. 4 und Bd. 5
Morris, Brandon Q: Mars Nation. Teil 1
Peterson, Phillip P.: Janus

Sachbücher und Dokumentationen dazu:

Dambeck, Thorsten: Mars
Feuerbacher, Bernd und Eugen Reichl: Planeten. Missionen zu exotischen Welten



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