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Donnerstag, 16. Juli 2026

Paolini, Christopher - Infinitum

 


Langatmig und mehr Fantasy als Science-Fiction




Es ist das Jahr 2257: Die Xenobiologin Kira und ihre Crew erforschen Himmelskörper, um sie für eine mögliche Kolonisierung durch Siedler vorzubereiten. Seit sieben Jahren reist sie dafür durchs All und träumt heimlich davon, sich mit ihrem Verlobten irgendwann selbst als Kolonistin auf einem fremden Planeten niederzulassen.


Kurz vor dem Ende ihrer aktuellen Erkundungsmission erhält Kira noch den Auftrag, einen auffälligen Messwert einer Drohne genauer zu überprüfen. Gedanklich hatte sie sich schon auf die Abreise vorbereitet, doch daraus wird erst einmal noch nichts. Sie macht sich an die Begutachtung einer Felsformation. Und dabei kommt es zu einem Unglück. Beim Klettern stürzt ab und rutscht in eine Felsspalte.


Als sie wieder zu sich kommt, findet sie sich in einem Gewölbe wieder. Darin entdeckt sie eine Anomalie: Ein Staubschleier windet sich an ihr empor und dringt in ihren Schutzanzug ein. Sie verliert daraufhin die Besinnung und erwacht erst in der Krankenstation wieder. Kiras Entdeckung führt schließlich dazu, dass das Militär sich der Sache annimmt und eine Nachrichtensperre verhängt. Der Mond, das Schiff und die Besatzung werden unter Quarantäne gestellt.


Im weiteren Handlungsverlauf zeigt sich, dass Kira kontaminiert ist. Etwas Fremdartiges hat von ihr Besitz ergriffen und macht sie zu einer tödlichen Waffe. Ihr gesamter Körper ist von einer tintenschwarzen Schicht bedeckt (womöglich ein Parasit). Das Militär befürchtet eine sich ausbreitende Infektion. Kira wird in ein Hochsicherheitslabor eingesperrt, verhört und untersucht. Sie wird zu einem Versuchskaninchen. Ohne Rücksicht auf Kiras Befinden zu nehmen, führt man mit ihr verschiedene Experimente durch, um sie von dem Parasiten zu befreien. Doch was man auch probiert, es gelingt nicht. Kira wird weiter malträtiert. Sie fühlt sich ausgeliefert und hilflos. Sie weigert sich zu kooperieren, doch das Militär wendet weiter Gewalt an. Für mich ist das die stärkste und spannendste Passage im Buch. Man fragt sich, wie es mit der Protagonistin weitergeht.


Dann ereignet sich eine zentrale Wendung. Während man Kira untersucht, wird das Schiff von fremden Aliens angegriffen und zerstört. Nur mit viel Glück kann Kira sich befreien und mit einem Shuttle fliehen. Es ist der erste Kontakt überhaupt mit einer fremden Spezies. Und dieser verläuft direkt feindselig. Und es drängt sich die Frage auf, ob das Schicksal von Kira und das Auftauchen der Aliens irgendwie zusammenhängen. Für mich waren das zunächst genug offene Fragen, um weiterzulesen.


Doch je weiter ich las, desto mehr hat mich das Buch verloren. Es hat mich einfach nicht gepackt. Es gab viele Längen (was wohl auch an dem Umfang des Buchs lag) und es driftete für mich immer mehr in Richtung Space-Opera und vor allem Fantasy ab (mit zahlreichen Weltraumschlachten). Irgendwann steckt die Menschheit mitten in einem interstellaren Krieg. Und zwischen Kira und dem Parasiten entwickelt sich eine Symbiose. Er funktioniert wie ein Schutzanzug und beschützt sie vor Gefahren. Mit der Zeit lernt sie sogar, ihn zu kontrollieren. Kurzum: Typische Fantasy-Erzählmechanik (Heldenreise mit einer Art magischem Artefakt). Hintergründe zu alldem erfährt man nicht. Auch die Informationen zu den Aliens bleiben (leider) spärlich. Das alles hebt sich der Autor vermutlich für den Schluss auf (das kann man zumindest nur hoffen). Doch ich habe nach der Hälfte des Buchs aufgegeben. Der Fortgang der Handlung hat mich einfach nicht mehr interessiert. 


Querverweis:

Paolini, Christopher: Fractal Noise


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