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Mittwoch, 4. November 2026

Poznanski, Ursula - Canvas



Wieder ein enttäuschendes Buch von Poznanski




Die Erde wird von starker Hitze heimgesucht. Die Menschen flüchten sich in die virtuelle Realität von Mastermind, um den Folgen des Klimawandels zu entgehen. Dabei können sie zwischen verschiedenen Settings auswählen: Karibik, Weltraum, 12. Jahrhundert etc. Mastermind bietet insgesamt über 19.000 Welten. Die Ich-Erzählerin Jana Pasco, die wir begleiten, ist eine Welten-Designerin. Sie kümmert sich nicht nur darum, Fehler und Unregelmäßigkeiten zu beheben, sondern auch darum, neue Realitäten zu kreieren.


Eine weitere zentrale Figur, die wir kennen lernen, heißt Kurt Lauritz. Er ist der ehemalige Sicherheitschef von Mastermind und wollte ein Projekt verwirklichen, bei dem jede Menge Menschen hätten ums Leben kommen können. Aus Sicherheitsgründen wurde er in einer virtuellen Welt eingesperrt, während sein Körper in einer Kapsel aufbewahrt wurde. Doch zu Beginn von „Canvas“ stellt sich heraus, dass er geflüchtet ist. Unklar bleibt jedoch, wie ihm die Flucht gelungen ist, wer ihm dabei geholfen hat und welches Ziel er verfolgt. Jana steht vor einem Rätsel. Insgesamt hätte ich mir noch viel mehr Informationen zu Kurt Lauritz gewünscht, aber dafür müsste man wohl den ersten Band kennen…


Jana macht sich auf die Suche nach Lauritz und begibt sich dabei auf eine Reise durch verschiedene virtuelle Realitäten. Sie springt von einem Setting ins nächste. Dabei fiel es mir schwer, die Übersicht zu behalten. Bei ihren Streifzügen durch die Welten trifft Jana auch auf einen gewissen Theo. Diese Figur wird allerdings ohne weitere Erläuterungen eingeführt. Was es mit ihr auf sich hat, erfährt man (zumindest zu Beginn des Buchs) leider nicht. Auch was es mit der Gesellschaftsschicht der sog. Alphas zu tun hat, bleibt zu sehr im Dunkeln…


Die Angabe des Verlags, dass man diesen zweiten Band ohne Kenntnis des ersten Bands lesen kann, halte ich für fragwürdig. Da sind Enttäuschungen von Poznanski-Fans, die den ersten Band nicht kennen, wohl vorprogrammiert. Sehr unglücklich! Der Start ins Buch war für mich unbefriedigend. Ich hatte viele Fragen, die nicht beantwortet wurden. Ich habe 100 Seiten lang versucht, einen Zugang zum Inhalt des Buchs zu finden, habe dann aber aufgegeben (Abbruch auf S. 103). Der Funke wollte beim Lesen einfach nicht überspringen. Die Handlung entwickelte sich nach meinem Empfinden ziellos und war nicht packend. Mir fehlte ein roter Faden. Da finde ich die Jugendbücher von Karl Olsberg zu diesem Thema viel besser gelungen. Und wieder mal ein enttäuschendes Buch von Poznanski, das mich nicht überzeugen kann.


Querverweise:

Weitere Bücher von Poznanski:

- Aquila (2017)
- Stille blutet (2022)
- Die Burg (2024)
- Scandor (2024)
- Das Signal (2026)

Weitere Bücher, in den virtuelle Realität eine Rolle spielt: 

Olsberg, Karl - Boy in a dead end
Olsberg, Karl - Girl in a strange land
Olsberg, Karl - Boy in a white room
Olsberg, Karl - Virtua
Taler, Mark - Omniworld


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