Tödliche Geheimnisse am Rhein
Der Hobbyangler Hannes Menzenbach findet eines Morgens im Rhein eine Leiche. Um der Polizei die Arbeit zu erleichtern, versieht er sie mit Knicklichtern. Jan Seidel, Kriminalhauptkommissar und leitender Ermittler, ist darüber wenig erfreut. Denn damit hat Hannes (unabsichtlich?) Spuren verwischt.
Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei der Leiche um den Bruder des Nachbarn von Menzenbach handelt (Gernot Schirner). Als die Polizei der Ehefrau die Todesnachricht überbringt, teilt diese den Beamten mit, dass Gernot schwer krank gewesen sei. Er hatte nur noch wenige Monate zu leben. Ein Selbstmord scheint also ebenfalls nicht ausgeschlossen. Irritierend daran ist aber, dass er keinen Abschiedsbrief hinterlassen hat und man ihn unbekleidet gefunden hat.
Bei der Obduktion findet man heraus, dass die Leiche vorher in der Badewanne gelegen hat und das Opfer sediert war. Doch wer hat sie dann von dort zum Fluss transportiert? Der Fall gibt Rätsel auf. Hinzu kommt, dass es für Menzenbach nicht das erste Opfer ist, das der Rhein an sich genommen hat. Vor vier Jahren ist sein fünfjähriger Sohn ebenfalls im Fluss umgekommen. Kann das ein Zufall sein? Oder gibt es da einen Zusammenhang?
Neben Jan tritt auch seine Partnerin Elena wieder als Figur auf. Sie wird herrlich schräg dargestellt. Sie ist eine bekennende Feministin, die ihre Meinung selten für sich behält und lautstark nach außen vertritt – z.B. zur Kindererziehung. Auch Edith, Jans Großmutter, ist dieses Mal wieder mit von der Partie. Sie steht aber nach meinem Gefühl weniger im Vordergrund als noch in Band 1. Sie beweist oft den richtigen Riecher und sorgt in Gesprächen dafür, dass Jan auf neue Ideen bei den Ermittlungen kommt.
Für mich ist der Krimi solide, weist aber nicht die Finesse des ersten Teils auf. Mir fehlte auch der Humor des vorangegangenen Bands. Es wird viel Ermittlungsarbeit geschildert. Viele Verdächtige aus dem Umfeld des Opfers werden in Befragungen vernommen. Nach und nach kommen verwickelte Familienverhältnisse ans Tageslicht. Kurzum: Ein klassischer Krimi. Die Ermittlungen werden aber ereignisreich vorangetrieben. Sie stocken nicht oder drehen sich im Kreis. Für einen Krimi ist das Tempo hoch.
Querverweise:
Merchant, Judith: Nibelungenmord (2011)
Merchant, Judith: Die Lügen jener Nacht (2014)
Merchant, Judith: Atme! (2019)
Merchant, Judith: Schweig! (2021)
Merchant, Judith: Die Lügen jener Nacht (2014)
Merchant, Judith: Atme! (2019)
Merchant, Judith: Schweig! (2021)

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