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Samstag, 8. August 2026

Winter, Nova - Die Nachbarin




Mutterinstinkt - Einbildung oder Realität?




Auf der morgendlichen Jogging-Runde von Smilla kommt es zu einem Zwischenfall. Ein Junge ist von einem Steg in den See gestürzt, an dem Smilla vorbeikommt, und droht zu ertrinken. Smilla fackelt nicht lang und rettet ihn. Die Aufregung und das Adrenalin führen nach der Rettungsaktion zu merkwürdigen Gedanken. Sie hält das Kind für ihren Sohn, was unmöglich ist, da sie nie schwanger war. Kurze Zeit nachdem Smilla den Jungen aus dem Wasser gerettet hat, taucht die Mutter auf (Lou). Doch statt sich zu bedanken, verhält sie sich unfreundlich und feindselig. Sie reagiert nicht so, wie man es erwarten würde. Auf Smillas Bericht zu den Vorkommnissen reagiert sie kaum und verschwindet rasch mit ihrem Sohn von der Unfallstelle.


Ein Dank für die gelungene Rettung folgt erst später, und erst auf die Initiative des Vaters hin (Quentin). Dieser lädt die neuen Nachbarn zu einem Abendessen ein. Während des Essens wirkt Lou zunächst teilnahmslos und distanziert, während Quentin und Smillas Mann sich blendend verstehen. Doch dann greift Lou plötzlich ins Gespräch ein und fragt Smilla nach ihrem Job aus. Sie interessiert sich sehr für Smillas beruflichen Werdegang und bringt sie in eine unangenehme Situation, als sie sich nach einer längeren beruflichen Pause erkundigt. Und am Ende des Abends wird klar, warum Lou Smilla förmlich verhört: Sie und Quentin unterbreiten Smilla ein Jobangebot…


Insgesamt verhalten sich die Figuren zu Beginn des Thrillers höchst sonderbar und auch die Beziehung zwischen Quentin und Lou erregt direkt Aufmerksamkeit. Er verhält sich ihr gegenüber sehr dominant. Das merkwürdige Verhalten von Lou, Smilla und Quentin irritiert und legt den Grundstein für einen packenden Thriller. Dafür sorgen auch die gefälligen Wechsel der Blickwinkel, die Abwechslung erzeugen und keine Langeweile aufkommen lassen. Nach und nach wird klar, dass es auch eine Ursache für Lous und Quentins Verhaltensweisen gibt…


Nach meinem Empfinden war die Spannung durchweg stark ausgeprägt. Für mich gab es keine Längen, das Tempo war hoch. Weiterhin hält der Thriller einige Überraschungen bereit. Im weiteren Verlauf der Handlung wird zudem gut mit der unzuverlässigen Wahrnehmung der Figuren gespielt. Man fragt sich, was Einbildung ist, was Realität. Die Perspektivwechsel sind gut aufeinander abgestimmt. Der Schreibstil ist flüssig. Ich flog förmlich durch die Seiten. Insgesamt also eine runde Sache. Das Einzige, was mich nicht ganz überzeugt hat, war der Schlussteil. Sehr schade! Sonst hätte es sich absolut um einen Kracher gehandelt. Die Autorin werde ich aber auf jeden Fall weiter im Auge behalten.


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