Asteroiden-Bergbau
Ivan tritt einen neuen Job als Asteroiden-Bergmann an. Mit dieser Tätigkeit erhofft er sich ein höheres Einkommen und ein besseres Leben für seine Familie. Doch bevor er im Asteroidenfeld ankommt und dort seinem Job nachgehen kann, muss er zunächst einmal lernen, mit der Schwerelosigkeit umzugehen und eine Flugtauglichkeitsprüfung absolvieren. Kein einfaches Unterfangen.
Bevor Ivan Bergmann wurde, war er Computerspezialist. Er muss sich erst einmal an seine neue Beschäftigung gewöhnen. Und die erfahrenen Kollegen ziehen ihn auf. Er hat keinen einfachen Stand im Team. Ivan erhält den Spitznamen „Sprössling“. Die Crew, mit der Ivan zusammenarbeitet, hofft auf einen großen Fund. Das Geschäft mit den Asteroiden ist alles andere als risikofrei. Findet man keine entsprechenden Ressourcen, droht der Konkurs. Ivan ist anfangs frustriert. Er fürchtet, dass sein Job nicht lukrativ genug ausfallen wird.
Nach vielen Wochen wird man schließlich fündig. Die Crew stößt bei einem Objekt auf Bodenschätze, die ihre kühnsten Träume wahr werden lassen. Doch bei den Bohrungen auf dem Asteroiden kommt es zu einem Zwischenfall. Ivan entdeckt eine ungewöhnliche Substanz. Als er sie berührt, kommt es zu einer abnormen körperlichen Reaktion. Die Anomalie heftet sich an seinen Arm und überzieht ihn mit einer grauen Masse. Die Versuche, die Substanz von Ivan loszulösen, schlagen fehl. Im weiteren Handlungsverlauf nimmt Ivan körperliche Veränderungen an sich wahr. Sein infizierter Arm besteht plötzlich aus Metall. Der Arzt rät ihm zu einer Amputation, damit die Infektion nicht weiter voranschreitet. Doch auch die Amputation gelingt nicht. Der Arm erneuert sich wie von selbst und die Umwandlung von Ivans Körper schreitet immer weiter voran. Die Körperzellen werden nach und nach durch sog. Naniten ersetzt. Wie wird es mit Ivan weitergehen? Lässt sich seine Veränderung überhaupt noch aufhalten? Handelt es sich um eine außerirdische Technologie? Für mich ein spannendes Ausgangssetting.
Ivan ist verzweifelt. Er weiß nicht, was mit ihm passiert. Das kommt gut zum Ausdruck. Für einen Science-Fiction-Thriller kommt die psychologische Seite in meinen Augen genügend zur Geltung. Das gesamte Schiff kommt in Quarantäne und Ivan wird untersucht. Sein weiteres Schicksal liegt in der Hand des Militärs. Was an Bord vor sich geht, wird vor der Öffentlichkeit geheim gehalten. Doch die Presse wittert eine Sensation und erhöht den Druck auf die Verantwortlichen. Letztlich ist unklar, was weiter passiert. Das alles liest sich spannend und macht neugierig, wie ich finde. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und gut lesbar.
Nun zum Negativen: Das erste Drittel des Buchs ist großartig. Doch (leider) geht dem Werk dann die Luft aus (eine erstaunliche Parallele zum Buch "Outland"). Der Mittelteil weist bereits einige Längen auf. Und mit dem Fortschreiten der Handlung hatte ich das Gefühl, dass der Autor die eigentlich naheliegenden inhaltlichen Schwerpunkte nicht konsequent verfolgt. Dadurch ist die Handlungsentwicklung nicht so stringent, wie sie sein könnte. Es dauert in meinen Augen auch viel zu lange, bis die Hintergründe der Anomalie näher beleuchtet werden. Kurzum: Eine starke Ausgangsidee, ein prima Setting im ersten Drittel, doch daraus macht der Autor dann viel zu wenig. Konnte mich leider nicht überzeugen. Schade!
Querverweise:
Taylor, Dennis E.: Ich bin viele (2018)
Taylor, Dennis E.: Wir sind Götter (2018)
Taylor, Dennis E.: Outland. Der geheime Planet (2020)

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