Desaströs
Mit der Star Trek Serie „Starfleet Academy“ bin ich leider nicht warm geworden. Ich möchte hier nur zentrale Kritikpunkte äußern, die mich gestört haben, so dass ich mir die 2. Staffel nicht anschauen werde. Für mich ist es auch kein Wunder, dass die Serie nach Staffel 2 bereits wieder eingestellt wird. Ich hätte die Serie nicht an das Universum von Star Trek Discovery angelehnt, die für mich zweifelsfrei das schlechteste Format des Franchise ist. Man merkt der Serie an, dass sie zu bewusst mit bekannten Mustern der Vergangenheit brechen will (das wirkt zu gewollt). Ich bin ja eigentlich offen für Neues, aber die Richtung, die mit dieser Serie eingeschlagen wird, überzeugt mich überhaupt nicht. Die Macher der Serie haben aus den Fehlern, die bei Discovery gemacht wurden, leider nichts gelernt.
1. Zu viel Teen-/College-Drama
Für mich überwogen Coming-of-Age-Themen, die nicht zu Star Trek passen. Der Ausbildungs- und der Akademiealltag stehen stark im Vordergrund. Es ging um Romanzen, um Rivalität und Streitigkeiten zwischen den Kadetten und darum, wie sich die einzelnen Protagonisten zu reiferen Persönlichkeiten entwickeln. Anfangs agieren sie noch ungestüm und unreflektiert, doch sie lernen mit der Zeit immer mehr dazu. Darüber hinaus wird eine sehr starke Psychologisierung der Figuren deutlich, die alles andere, was ich an Star Trek kenne und schätze, zu sehr an den Rand drängt. Das hat mich sehr an Star Trek Discovery erinnert, wo Emotionalität, Beziehungsdramen und „Gefühlsduselei“ meiner Ansicht nach ebenfalls zu stark im Vordergrund standen. Das Politische, Philosophische oder Wissenschaftliche wird davon völlig überlagert. Viele Folgen ähneln einer Therapiesitzung. Das ist zu viel Tränendrüse! Keine einzige Episode hat mich richtig abgeholt. Viele Folgen kommen absolut belanglos und unspektakulär daher, ohne größere Tiefe. Dazu noch die oft melodramatische Musikuntermalung...
2. Jay-Den Kraag
Der Klingone, der in dieser Serie als Kadett eine Rolle spielt, bricht für mich zu stark mit dem Bekannten. Er wirkt unsicher, sensibel, friedfertig und hat kein Interesse daran, sich als Krieger auszuzeichnen. Für mich ist er zu stark als Kontrast zum traditionellen Bild eines Klingonen angelegt. Das passt einfach nicht zusammen. Hier wird Kontinuität von Figurenzeichnung einfach über den Haufen geworfen. Alle Ecken und Kanten wurden „glattgebügelt“. Mir war das zu experimentell und zu wenig glaubwürdig.
3. Nahla Ake
Die Kanzlerin der Akademie zeigt einen unkonventionellen Führungsstil, der für mich ebenfalls stark mit dem bricht, was man aus der Vergangenheit kennt. Sie besitzt die Ausstrahlung einer „Yoga-Lehrerin“. Kurzum: Die Figurenzeichnung hat mich auch hier nicht überzeugt.
4. Humor
Die humorvolle Gestaltung, die oft deutlich wird, fand ich oft überdreht und albern (v.a. die Kadettin Sam). Die Lehrpersonen verhalten sich oft skurril und sind für mich überzeichnet. Auch die Dialoggestaltung kommt zu flapsig daher. Das ist nicht mehr Star Trek...

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