Das perfekte Verbrechen?
Bryden ist auf dem Weg zur KiTa und verspätet sich. Sie hat es eilig und ist gestresst. In einem kurzen Moment der Unachtsamkeit verursacht sie einen Auffahrunfall. Sie ruft in der KiTa an und teilt mit, dass sie später kommt. Mit dem Geschädigten einigt sie sich derweil auf das weitere Vorgehen.
Bryden ist Buchhalterin. Eines Morgens (einige Wochen nach dem Autounfall) möchte sie im Home-Office arbeiten, bringt ihre Tochter noch persönlich in die Betreuungseinrichtung und verabschiedet sich von ihrem Mann Sam. Später erhält Sam dann einen Anruf aus der KiTa. Seine Frau habe die kleine Tochter nicht abgeholt. Sam versucht seine Frau zu erreichen, doch seine Anrufe bleiben erfolglos. Er springt ein und holt die Tochter ab. Er macht sich große Sorgen um seine Frau, lässt sich der Tochter gegenüber aber nichts anmerken. Zu Hause angekommen, stellt er fest, dass der Wagen von Bryden noch in der Tiefgarage steht. Doch in der Wohnung ist sie nicht auffindbar. Sie hat auch keine Nachricht hinterlassen. Handy und Handtasche sind noch da. Was ist da los? Auch die befreundete Nachbarin kann nicht weiterhelfen. Sam ruft die Schwester und die beste Freundin von Bryden an. Doch auch sie wissen nichts. Schließlich bittet Sam die Polizei um Hilfe…
Die Polizei fackelt nicht lang und tut alles, um Bryden zu finden. Alle Möglichkeiten werden in Betracht gezogen. Hat sie ihren Mann verlassen? Ist sie gestürzt und bewusstlos? Oder wurde sie von jemandem verschleppt? Nichts davon ist ausgeschlossen. Eine fieberhafte Suche beginnt. Befragungen der Nachbarn sind der erste Anhaltspunkt. Wird man Bryden finden? Leitende Ermittlerin ist die Beamtin Jane, die ihrem Job mal wieder den Vorrang vor ihrem Privatleben gibt.
Die Gefühlslagen der Figuren kommen gut zum Ausdruck. Sam ist z.B. in großer Sorge und angespannt. Man kann sich gut in ihn hineinversetzen. Die Erzählweise ist temporeich. Kurze Kapitelabschnitte und flotte Perspektivwechsel sorgen für Dynamik. Der Inhalt entwickelt sich in Richtung eines Ermittlungsthrillers, bei dem man gut miträtseln kann. Es werden viele Verdachtsmomente kreiert. Der Schwerpunkt des Thrillers liegt auf polizeilichen Vernehmungen verschiedener Zeugen und potentieller Verdächtiger. Dabei wird auch immer die Gedankenwelt der Befragten in den Blick genommen. Wir erleben mit, wie sie die Verhöre wahrnehmen und wie sie sich auf das Innenleben der Figuren auswirken. Das ist gut arrangiert. Besonders gut hat mir gefallen, wenn die Blickwinkel während der Vernehmungen wechseln. So schlüpft man als Leser mal in das innere Erleben der Ermittler, mal in das der Vernommenen. Aktion und Reaktion werden auf diese Weise gut deutlich. Die Ermittlungen werden darüber hinaus gut vorangetrieben und drehen sich nicht zu sehr im Kreis. Es treten immer wieder neue Erkenntnisse zutage. Kurzum: Ich habe keine Längen bei der Lektüre verspürt. Insgesamt ist das Buch eine runde Sache, bei dem am Ende auch alles schlüssig aufgelöst wird. Hat mir gut gefallen.

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